PROGRAMM

09.09.2021

einfühl-donnerstag

Veranstaltet von Musica Sacra Ried (https://www.musicasacra-ried.at/)

Rafael Hörandner und Bernhard Schneider – Orgel

Das Aufwärm-Konzert dient als Brücke zwischen alter, gewohnter Musik in der Kirche und der zeitgenössischen Musik, die in den darauffolgenden zwei Tagen am Festival präsentiert wird. Es erlaubt ein erstes Einfühlen vor allem für Publikum, das sonst wenig Zugang zu zeitgenössischer Musik hat. Die Orgel als einer Kirche innewohnendes Instrument – die Schwanthalerorgel der Stadtpfarrkirche – ist von ihrer Geschichte und vor allem von ihrem Umfeld kaum zu trennen. Und eine Trennung soll auch nicht stattfinden:

Die Musik des Komponisten Olivier Messiaen bildet die Verbindung zwischen älterer Musik und der heutigen Ästhetik Neuer Musik und schafft damit den Übergang zwischen dem gewohnten Höralltag in der Stadtpfarrkirche Ried i.I. und dem Hörsturm-Festival. Einen direkten Anknüpfungspunkt gibt es bei einem weiteren Konzert in der Stadtpfarrkirche am Hörsturm-Samstag.

Programm:

Olivier Messiaen (1908-1992) – Aus „LES CORPS GLORIEUX“ & Aus “LA NATIVITÉ DU SEIGNEUR”

Jehan Alain (1880-1971) – „LITANIE“

Dauer ca. 35 -40 Minuten

Freiwillige Spenden erbeten

10.09.2021

HÖRSTURM-FREITAG IM ZEICHEN DER SINNE

Ein erstes Einhören, Einfühlen, Einstimmen fürs Publikum. Zeitgenössische Musikvermittlung zur Eröffnung und eine Einführung in das bevorstehende Konzert- und Performance-Geschehen wird von den Festivalorganisatorinnen präsentiert.

Ein visuelles Hörerlebnis mit Teresa Doblinger (Pc, Tanz, Konzeption)​

Blick auf ein Donnerblech im Eisenrahmen. Oder ist es vielleicht mehr als das? Welche Geschichten werden erzählt bei der Erkundung einer Konstruktion, die so rigide erscheint? Klänge werden zu Bewegungen und Bewegungen zu Klängen, Magneten werden zu…

Eine fragile und doch explosive Figur führt das Publikum durch ein klanglich- und tänzerisch-poetisches Stück. Sie stellt Fragen an sich selbst, an das Universum (oder an die Galaxien?) und vielleicht sogar an das Publikum.

mit dem Quartett SAX OF(F) ON und den Gewinnerstücken des Kompositionswettbewerbs «Fühlsturm»

Das Saxophonquartett SAX OF(F) ON verbindet verschiedene «klassische» zeitgenössische Kompositionen mit visuellen Akzenten. Darüber hinaus präsentiert es eine außergewöhnliche Ungewöhnlichkeit: Zeitgenössische Musik und Tastsinn. Fühlen, Spüren. Dazu interpretieren die vier Saxophonistinnen und Performerinnen die Gewinnerstücke des Kompositionswettbewerbs «Fühlsturm» für Junge ab Jahrgang 2000. Die Preisgelder werden vom Rotary-Förderpreis und dem Oberösterreichischen KomponistInnenbund zur Verfügung gestellt. Zusätzlich übernimmt das Landesmusikschulwerk OÖ eine professionelle Videoaufnahme dieser Gewinnerstücke. Details zur Ausschreibung: http://hoersturm.at/fuehlsturm/

Programm:

Vinko Globokar (*1934) – Dos A Dos (1988)

Albena Petrovic (*1965) – Gebet zum Nichterscheinen (2006)

Christian Winther Christensen (*1977) – Freunde (2018)

Emmet Williams (1925-2007) – Supper

Gewinnerstücke Wettbewerb

Walter Seebacher – Klarinette
Roland Schueler – Cello
Mathilde Hoursiangou – Klavier

Leidenschaft, Feuer und unbändige Lust, Musik am Puls der Zeit ohne Genregrenzen. Raus aus dem Elfenbeinturm und hinein ins Abenteuer der vielgestaltigen, zeitgenössischen Musikwelten. Mit größtem Enthusiasmus wollen die elf SolistInnen von PHACE und ihr künstlerischer Leiter Reinhard Fuchs ihr Publikum auf Reisen in kostbare, poetische Welten mitnehmen. PHACE tut dies mittlerweile seit vielen Jahren mit speziellen Konzertformaten, Musiktheaterproduktionen und spartenübergreifenden Projekten mit Tanz, Theater, Performance, Elektronik, Video, Turntablisten, Installationen u.v.m. Seit der Gründung 1991 als ensemble on_line durch den Dirigenten und Komponisten Simeon Pironkoff und nach einem Relaunch 2010 unter dem Namen PHACE hat die Suche nach dem Neuen über viele Jahre tiefgehende künstlerische Freundschaften mit zahlreichen renommierten KomponistInnen, DirigentInnen und MusikerInnen hervorgebracht. Mehr als 200 Werke sind so bisher in Auftrag gegeben, uraufgeführt und viele davon auf zahlreichen Tonträgern veröffentlicht worden. Offenheit, Neugier zum Experiment und höchster künstlerischer Anspruch sind die Triebfedern des Ensembles, das regelmäßig mit MusikerInnen und Gästen aus den verschiedensten Kunstdisziplinen erweitert wird.

PHACE wird gefördert vom SKE-Fonds (Austro Mechana), vom Bundesministerium für Kunst & Kultur (BMKÖS) und der Stadt Wien Kultur.

David Schmidt – Trompete
Manuel Alcaraz – Perkussion

Programm:
Nebojša Jovan Živković (*1962)
Born To Beat Wild for Trumpet and Very Big Drum

Duftsturm mit Duo Double Tongue

Christian Spitzenstätter – Klarinetten, Komposition
Anna Schiffkorn – Violoncello, Viola da Gamba

Die Auftragskomposition des Festivals entführt das Publikum auf eine auditiv-olfaktorische Expedition. Visuelle Komponenten werden beinahe gänzlich ausgeklammert, indem die Performance in möglichster Dunkelheit stattfindet.

Die Instrumente des Duos Double Tongue werden bewusst in verschiedenen Stimmungen eingesetzt. Die beiden Interpret*innen positionieren sich jeweils an verschiedenen Orten des Raumes. Dadurch entstehen sowohl Intonations- als auch räumliche Diskrepanzen. Gleichzeitig werden verschiedene Düfte generiert und gezielt eingesetzt, die das Publikum durch ein mehrdimensionales Sinneserlebnis führen.

Dem Werk liegt das Gedicht «Unterwegs» von Georg Trakl zugrunde.

Ein musikalisches Weinkonzert mit dem Duo ANNEA

Barbara Maria Neu (Cl) und Andrea Edlbauer (Sax)

Im Zuge des Konzertes gibt das Duo Annea einen Einblick in die österreichische Weinlandschaft. Mittels fünf musikalischen Sätzen stellen die beiden Musikerinnen fünf typische Weinsorten künstlerisch dar. Die ZuschauerInnen können während der Darstellung diese fünf Weine verkosten und ihre eigenen Verbindungen zwischen Geschmack und Musik herstellen.

In die Kompositionen der beiden Musikerinnen fließen Texte genauso ein, wie eine performative Darstellung. Die Musik, die Texte, sowie auch die performative Darstellung basieren dabei auf den Charakteristiken der jeweiligen Weinsorten. Inspiriert durch eine tiefe Auseinandersetzung der Künstlerinnen mit dem Wesen des vertonten Weines, wird dabei auf die Diversität in den Weinen und deren Anbauregionen eingegangen.

Mitwirkende:

Andrea Edlbauer – Saxophon, Performance, Komposition / www.andreaedlbauer.at
Barbara Maria Neu – Klarinette, Performance, Komposition / www.barbaramarianeu.at
Sophia Hörmann – künstlerische Mitarbeit in Choreographie / https://www.sophiahoermann.com
Nino Stelzl – Bühnenbild
Valerie Prinz – Text

11.09.2021

hörsturm-samstag und die erweiterten sinne

Wo aus Geschichten Musik wird und der Sonnenaufgang gehört wird

Nach einem mehrtägigen Workshop, in denen die sechs- bis zwölfjährigen TeilnehmerInnen Musik auf aufregende Art und Weise erleben durften, bringen sie zusammen ein Stück auf die Bühne.
Neue Musik von den Neuesten auf dieser Welt!

Kinderkonzert mit dem Blechbläserinnenquintett quinTTTonic

Kerstin Gruber – Trompete
Marlene Kogler – Trompete
Birgit Eibisberger – Horn
Sarah Schreiner – Posaune
Anna Guggenberger – Tuba
Michaela Gasser und Elisabeth Simbeni – Moderation

 

Es war einmal ein Prinz, der wollte eine Prinzessin heiraten. Aber es sollte eine wirkliche Prinzessin sein. Doch wie sollte er das herausfinden? Gott sei Dank gab es Knallerbse Erbsengrün und Prinzessin Neunmalklug, die in diesem interaktiven Kinderkonzert aufeinander treffen und ihre ganz persönlichen Geschichten erzählen. Prinzessin Neunmalklug kennt natürlich die ganze Wahrheit, was Knallerbse Erbsengrün fast zum Explodieren bringt, denn die Geschichte war ja eigentlich ganz anders. Aber wenn es nach der Prinzessin geht, ist die Knallerbse noch ziemlich grün hinter den Ohren…

In diesem wechselseitigen Hin und Her der beiden Protagonistinnen kommt es zu allerlei Missverständnissen, denn jeder der beiden ist sich sicher: die persönliche Sichtweise stimmt! Das Publikum ist eingeladen, in beide Perspektiven einzutauchen und sich seine eigene Meinung zu bilden. Dabei geht es in allererster Linie nicht darum herauszufinden, welche Sichtweise denn nun stimmt. Es geht vor allem um die Entdeckung, dass es im Leben immer mehrere Blickwinkel gibt, aus denen Geschichten betrachtet werden können. Der Perspektivenwechsel vollzieht sich aber nicht nur in den wechselnden Erzählhaltungen, sondern auch in der Musik. Das Ensemble nimmt das Publikum dabei nicht nur hörenderweise, sondern auch aktiv, in wechselnden Interaktionen, auf eine vielfältige musikalische Reise quer durch die Epochen mit. Zusätzlich vollzieht sich der Perspektivenwechsel auch im Raum, der in eine abwechslungsreiche Spielbühne für verschiedenste Hörpositionen und Hörerlebnisse verwandelt wird. Ein Wechselbad an Eindrücken, aus dem man gar nicht mehr auftauchen will. Mit viel Humor und Leidenschaft vermittelt das Ensemble dem Publikum die Botschaft, dass verschiedene Perspektiven persönliche Wahrnehmungen und Wahrheiten immer wieder verändern. Ein Plädoyer an den Mut zum Perspektivenwechsel.

in Zusammenarbeit mit Musica Sacra zum 300-jährigen Jubiläum der Stadtpfarrkirche Ried

Elisabeth Haselberger – Blockflöten
Alexander Moosbrugger – Orgel, Komposition
Bernhard Schneider und das Vokalensemble company life
Teresa Doblinger – Klarinette, Performance

Mit «Einläuten» wird die Konzert-Performance offiziell eröffnet, ein Stück, das extra für dieses Konzert und die Stadtpfarrkirche Ried i.I. von Alexander Moosbrugger komponiert und konzipiert wird. Die innewohnenden Instrumente der Kirche – Kirchenglocken und Orgel – werden ebenso eingebaut wie die beweglichen Instrumente und zusätzliche Objekte der MusikerInnen. Zudem wird die klangliche Tragweite der Kirchenglocken zu Public Music für die gesamte Stadt.

«Collage Musical avec Messiaen» dient als Fortführung des Aufwärm-Konzerts am Einfühl-Donnerstag. Es übernimmt die musikalischen Eindrücke Olivier Messiaens und entwickelt sie weiter in zeitgenössichen Stücken und Improvisationen, hin zum Jetzt. Weitere Fäden werden durch eine Anknüpfung an die Musik von Camille Saint-Saëns, seinem «Dance Macabre» und dessen Verfremdung gezogen und weitergesponnen durch den «dance macabre» von Dorothée Hahne. Die Kirchenräume werden von verschiedenen Seiten bespielt und hinterfragt: So befasst sich die Konzert-Performance durchgehend mit der Verbindung zwischen alt und neu und drückt gleichzeitig den Konflikt der geschichtlichen Schwere einer Kirche und der künstlerischen Freiheit von zeitgenössischer Musik aus.

Klangspaziergang durch den Stadtpark von der Stadtpfarrkirche zurück zur Musikschule, Konvikstraße 8

mit Phillipp Gattringer – Perkussion

Spazieren macht den Kopf frei.. gibt Zeit und Raum, Erlebtes zu verarbeiten. Und lädt das Publikum zugleich zu mehr zeitgenössischer Musik ein: Die geografische Überwindung des vorangegangenen Konzertortes, der Stadtpfarrkiche, und dem nachfolgenden Veranstaltungsort, der Landesmusikschule Ried i.I., wird zu einem musikalischen Erlebnis und einer Site-specific Performance.

Gleichzeitig lässt sich die Ähnlichkeit mit einer Prozession kaum leugnen, ein gemeinsames Gehen nach dem gesammelten Verlassen der Kirche. Eine Art zeitgenössische Musik-Prozession? Oder eine Verzerrung des Begriffs?

Ein Hören während des Gehens, ein Spaziergang zum Ohrenspitzen, eine Prozession durch den Rieder Stadtpark. Die Skulpturen des Parks werden bespielt und die Umgebung wird zum Klingen gebracht. Gehen, hören, hören, gehen.

Marina Poleukhina und Patric Redl präsentieren ein Stück für unterschiedliche Arten von Objekten. Stühle auf Rollen, alltägliche Objekte wie Tassen und Tische, normale Instrumente (zB. Gitarre), als auch Motoren, Licht und Video bilden einen Instrumentenkörper. Durch die Art, in der sie spielen und mit den Objekten umgehen, werden die beiden PerformerInnen Teil dieses instrumentalen Körpers.

Ihre Performance bewegt sich an der Grenze zu einem Theaterstück, beinhaltet Improvisation und wird zu einer Art Ausstellung.

Noviga Projekto:
Clara Saleiro (Fl)
Manuel Alcaraz Clemente (pc)

Bernhard Lang (1957)

Differenz / Wiederholung 21 “…and we just keep on pretending…” (2010)

Giacinto Scelsi (1905-1988)

Hyxos (1955)

Peter Ablinger (1959)

4 Türkische Becken (2018 version)

“Differenz – Wiederholung – Transformation” präsentiert drei Stücke, für deren Ästhetik sich Noviga Projekto einsetzt. Gebrochene Grooves und delikate Flötenkläne hinter einem sehr lauten Becken-Tremolo versteckt bringen dem Publikum einen sehr speziellen Zugang zum Duo-Repertoire von Flöte und Perkussion näher.

Noviga Projekto führt Stücke von Giacinto Scelsi, Bernhard Lang und die neue Version von «4 Türkische Becken» von Peter Ablinger auf, das speziell für bestimmte Becken geschrieben wurde. Die drei Stücke werden durch verschiedene Improvisationen verbunden.

u.a. mit Beiträgen aus dem Jugendlichen-Workshop

Stürmen wir in die Nacht. Erleben wir Neues, erleben wir Vieles, sehen Buntes, hören Ausgefallenes. Begleiten wir einander, folgen wir der Musik, den Klängen, den Bildern, den Bewegungen. Poetisch, kraftvoll, einzigartig in dieser Zusammenstellung: Die KünstlerInnen bringen mit Solostücken, Eigenkreationen, Tanz und Improvisationen das gesamte Haus zum Klingen, verwandeln Musik in Farben und Impulse in Bewegungen. Ein Kollektiv aus dem Jugendlichen-Workshop öffnet Klangräume mit einem eigens für diesen Anlass erarbeiteten Stück.
Eine Nacht, in der die Musikschule auflebt – und wir mit ihr.

Ausgelassen ausklingen und ausklingen lassen: Der Wind weht noch einmal kräftig durch die Zuschauerreihen, gibt die Möglichkeit, die vergangenen zwei Tage zu reflektieren – im Gespräch mit den KünstlerInnen oder in bewegter Ausgelassenheit. Später verabschiedet sich der Wind still und heimlich, um den BesucherInnen und KünstlerInnen Platz zu geben und das Erlebte sickern zu lassen.